Isole Eolie: Lipari

Mitte Oktober ist es in Regensburg ja meistens nicht mehr ganz so warm und an manchen Tagen ist die Stadt von früh bis spät in Nebel gehüllt. Höchste Zeit für eine Woche Urlaub im Süden: Auf zu den Äolischen Inseln! Die liegen im Mittelmeer, nördlich von Sizilien und dort ist es auch im Oktober noch angenehm warm. Angereist sind wir per Flug nach Catania, von dort per Shuttle zum Hafen in Milazzo und dann mit dem Tragflügelboot (Aliscafo) zu den Inseln. Hat alles erstaunlich gut und ohne große Wartezeiten funktioniert (1,5 Std. Transfer nach Milazzo, 1,5 Std. nach Lipari). Ein bisschen Glück muss man dabei schon haben, denn bei hohem Wellengang fahren die schnellen Aliscafi nicht und bei sehr schlechtem Wetter nicht mal die langsamen Autofähren.

Die Hauptreisezeit für die Inseln ist während der italienischen Sommerferien im Juni und August. Dann sind die Inseln gut besucht, die Fähren voll und die Hotels und Pensionen ausgebucht. Im Oktober geht es dann deutlich entspannter zu: Wir haben außer dem Flug und dem Transfer nichts im Voraus gebucht und es war überhaupt kein Problem, kurzfristig eine gute Unterkunft zu bekommen. Wer erst nach Ende Oktober anreisen will, sollte sich allerdings vorher informieren, weil einige Hotels und Restaurants von Oktober an bis zum nächsten Frühjahr geschlossen haben.

Drei der sieben bewohnten Inseln haben wir besucht, unser erstes Ziel war Lipari, der Hauptort auf der gleichnamigen Insel. Gewohnt haben wir für drei Nächte im außergewöhnlichen Hotel Oriente, dessen total verrückte Inneneinrichtung auch erklärt, warum ein Schild „Museo Etnografico“ vor der Tür steht: Vom altertümlichen Schreinerwerkzeug über reich verzierte Marionetten bis hin zur verrosteten Seemine findet man allerlei Merkwürdiges, das hier an Decken und Wände montiert oder im Garten aufgestellt ist. Mir ist im Nachhinein völlig schleierhaft, warum ich dieses Ensemble äolischer Gebrauchsgegenstände nicht ein einziges Mal fotografiert habe. Unser Zimmer war jedenfalls sauber und geräumig, mit Klimaanlage und Kühlschrank (68€ pro Nacht, inklusive Frühstück).

Den ersten kompletten Urlaubstag haben wir für eine Wanderung zu einem Strand am Westufer von Lipari genutzt, denn für den darauf folgenden Tag war schlechtes Wetter angekündigt. Die Wanderung (zum Teil aus dem Reiseführer „Liparische Inseln“ von Thomas Schröder) führte uns zunächst zur Südspitze von Lipari, von wo aus man einen wunderbaren Ausblick auf die Nachbarinsel Vulcano hat. Von dort ging es wieder ein Stück zurück, um einen Abstecher zum alten Observatorium zu machen. Auch von hier hat man einen tollen Blick auf Vulcano mit seinem gemütlich qualmenden Vulkan-Krater. An der alten Kapelle San Salvator vorbei ging es dann nach Norden bis zum Ziel, dem Spiaggia Valle Muria. Nach einer ausgiebigen Strand-Brotzeit und einer kurzen Erfrischung im Meer wollten wir den kürzesten Weg zurück nach Lipari nehmen, weil dunkle Regenwolken aufzogen. Der Weg unserer Abkürzung war anfangs abenteuerlich, zwischendurch ganz idyllisch, aber zum Schluss doch etwas zu gefährlich: Ein schmaler Trampelpfad, rechts stachlige Kakteen, links ein paar Meter Abgrund und unten wieder stachlige Kakteen. Wieder umzudrehen war auf jeden Fall eine gute Entscheidung und wir sind trotzdem noch vor dem Gewitter beim Hotel angekommen.

Diese Wanderung kann hier als GPX-Datei heruntergeladen werden. Sie ist auch auf der unten eingebauten Karte eingezeichnet. Hier gibt es noch einige Fotos von Lipari.

Unsere Wanderung auf einer OpenStreetMap-Karte:

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